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Ausstellung

auf Schloss Augustusburg

4.9.99 – 3O.1O.99

 

Malerei von:

 

Klaus Süß

Mandy Herrmann–Amrouche

Holger Koch TM Rotschönberg
Steffen Fischer Christine Schlegel
Stefan Plenkers Angela Hampel
Hans-Hendrik Grimmling Andreas Dress

 Hier sehen Sie Fotos der Ausstellung

 

 

  


ERÖFFNUNGSVERANSTALTUNG


 

 

Kollektive improvisatorische Umsetzung einer graphisch notierten Komposition von TM Rotschönberg 



Bei dieser Kompositionsform wird eine Verbindung zwischen komponierter und improvisierter Musik gesucht unter Ausnutzung der jeweiligen Vorteile beider Methoden. 
Die bewußtere Dramatisierbarkeit der aufgeschriebenen gegenüber der frei improvisierten Musik wird durch eine Kompositionsweise erreicht, die den Einsatz jedes einzelnen Musikers, dessen Temperament, Spannung und Lautstärke durch eine ungefähre Melodienlinie festlegt, ohne ihn ständig an Notenwerte, Harmonien und festen Rhythmus zu binden. Somit wird der Spontaneität und der Kreativität des Musikers nicht nur der nötige Raum gelassen, sondern das Stück kann hierbei von einer Vielfalt an Ideen profitieren, die einem einzelnen Komponisten kaum erreichbar sein wird.
Das Anliegen der Musik ist nicht der Import einer intellektuellen Idee in das musikalische Geschehen, die vom Hörer wieder herausgelöst werden soll, sondern es ist die Musik selbst, die der sinnlichen Wahrnehmung zugänglich ist und einer akustischen Abenteuerlust Genüge tut.
Der Inhalt des Stückes ist also musikimmanent: Aufbau und Zerstörung von Ordnungen, Erzeugung von Spannung und Entspannung, der unmerkliche Übergang und die Kontrastierung oder Fusionierung konträrer Spielweisen.
Hier sehen Sie ein Photo des Orchesters bei der Aufführung Rotschönbergs
Komposition 1“ 

Besetzung:

Helmut Joe Sachse 

Gitarre

Manfred Hering  Saxophon
Olaf Piotrowski Saxophon
Günter Heinz Posaune
Hansi Noack Violine
Rainer Kühn Bassgitarre
Thomas Jarmatz Schlagzeug
Andre Engelbrecht Flügel
Arnim Kosensky  Klarinette
Uwe Fritzsching Klarinette

Die Aufnahme wurde live mitgeschnitten und ist erhältlich für 7 Euro hier  

Länge: 71:06 min,
Hörbeispiele:1 (2048 kb), 2 (242 kB),  3 (480 kB), 4 (229 kB), 5 (232 kB), 6 (629 kB), 7 (440 kB), 8( 365 kB), 9 (210 kB), 10 (300 kB)

Keith Tippett über das Stück: this is what I think about music
Und John Marshall schrieb: … as we also enjoyed your piece which sounded really good!

 

 

 

 Theaterstück


Jean-Paul Sartre: DIE FLIEGEN
 
Sartre benutzt in den Fliegen die alte Atridentragödie über die Rache des Orest und der Elektra an Ägist und Klytämnestra als stoffliche Grundlage für das aktuelle Thema der Entschlußfreiheit des Menschen. In dem unterdrückten und besetzten Frankreich wurden die Fliegen auch als Zeitstück, als ein Beitrag zur Bewältigung einer unerträglichen Wirklichkeit verstanden. In dieser Situation erschien Sartres Drama, in dem Jupiter zu Ägist sagt: „Das schmerzlichste Geheimnis der Götter und der Könige: daß nämlich die Menschen frei sind, und sie wissen es nicht.“ wie ein Aufruf zur Tat. Die weit größere Wirkung ging jedoch davon aus, daß das Stück die philosophische Rechtfertigung der Tat bot.Orest ist nicht bereit, den ausgetretenen Pfaden seines Lehrers zu folgen, der die Meinung vertritt, man dürfe sich an nichts binden, denn nur so könne man über den Dingen stehen. Dem Lehrer entwachsen, will Orest nicht den „lächelnden Skeptizismus“, sondern die Verpflichtung, die er in sich fühlt. Orest wählt die Tat; er tötet Agist und Klytämnestra, die das Volk durch eine monströse Kultivierung von Schuldgefühlen in Unterdrückung halten. Er verwirklicht seinen Existenzentwurf ohne Reue. Im Sinne der existentialistischen Philosophie nimmt er durch diese Wahl seine Freiheit war; zugleich aber ist er auch zu dieser „Freiheit verdammt“, denn Argos ist für ihn nicht ohne Bindung: es ist seine Vaterstadt. „Ich bin frei, Elektra!“ ruft er aus, „Die Freiheit hat mich getroffen wie ein Blitz.“ Seine Freiheit liegt in der Tat, die er zu begehen bereit ist, in der Verantwortung für etwas, was ihm wichtig wird. Eine Freiheit und eine Verantwortung, die ihn zu dem machte, was er nun ist: Er fühlt sich keinen fremden Plänen mehr ausgeliefert, keinen Gesetzen mehr unterworfen.Interessant ist in dem Stück, wie Elektra, die sich den Mord so viele Jahre herbeigesehnt hatte, in Reue verfällt, während Orest seine Unschuld bewahrt.
Orest ist in die Stadt gekommen, um die Menschen von ihrer Herrschaft, von der Unterwerfung unter die Schuld, zu befreien und er nimmt die Tat und die Schuld auf sich und geht unschuldig davon.

 
Szenenphoto: Orest - Elektra - Klytemnestra  

 

    

 

Konzert - Hopper Dean Tippett Marshall


 

Keith Tippett

Geboren 1947 in Bristol zog es Keith Tippett bald nach London, wo er 1967 sein Keith Tippett Sextett gründete, welchem u.a. Elton Dean und John Marshall angehörten. 1970 formierte er sein erstes großes Orchester unter dem Namen Centipede und gastierte auf drei King Crimson-Alben. In den Folgejahren wandte er sich erneut akustischer, hauptsächlich improvisierter Jazzmusik zu, oftmals in kleinen Besetzungen zusammen mit seiner Frau Julie Tippett. Außerdem spielte er in einer Reihe von Formationen seiner Kollegen, so in Elton Dean's Ninesense oder Trevor Watt's Amalgam. Mit dem 22-Mann-Orchester Ark nahm er 1978 den Meilenstein "Frames" auf. Seit Beginn der 80er Jahren spielte Keith Tippett eine Reihe von Soloalben mit improvisierter Musik ein, tourte mit seiner Band Mujician sowie im Trio mit Julie Tippett und Schlagzeuger Willi Kelters. 1996 besuchte er Südafrika für eine Zusammenarbeit mit Zim Ngqawana's Gruppe Ingomaand. Er lieferte wiederholt Beiträge zum Bath Festival, so z.B. das Großprojekt Tapestry 1997. Keith Tippett gehört zu den respektiertesten und innovativsten Musikern der britischen Jazzszene.

     
Elton Dean

Elton Dean, geboren 1945 in Nottingham, lernte Klavier und Geige in frühem Alter und kaufte sich sein erstes Saxophon mit 18 Jahren. Mitte der 60er Jahre spielte er als professioneller Musiker in Long John Baldry's Bluesology in den Pubs von London (wobei sich ein gewisser Elton John seinen und Baldry's Vornamen auslieh!) und trat dem Keith Tippett Sextet bei. Im Herbst 1969 schloß er sich Soft Machine an, welche er nach drei bahnbrechenden Alben wieder verließ, um sein eigenes Ensemble Ninesense zu gründen. Im Verlauf der 70er spielte Elton Dean in verschiedenen Formationen, so u.a. mit Carla Bley oder in Keith Tippett's Centipede. Wiedervereint mit Hugh Hopper gründete er 1978 die Band Soft Heap welcher ebenfalls  Alan Gowen und Pipe Pyle angehörten. Seitdem ist Elton Dean neben eigenen Projekten, so den Aufnahmen "Duos" und "Trios", in zahlreichen Outfits der Canterbury-Szene wie Phil Miller's In Cahoots oder zusammen mit Gitarrist John Etheridge im Dean/Etheridge-Quartett tätig. Seine Band EDQ nahm in wechselnden Besetzungen seit Beginn der 80er eine Reihe von Alben auf. Kürzlich formierte Elton Dean ein größeres Jazz-Ensemble unter dem Namen Newsense.

     
Hugh Hopper

Hugh Hopper gilt neben Robert Wyatt als zentrale Figur der Canterbury-Musikszene. Hopper und Wyatt gründeten 1964 deren erste bedeutsame Band, die Wild Flowers, aus welcher 1966 Soft Machine hervorgingen. Er verblieb in Soft Machine bis 1973 und spielte damit auf allen bedeutenden Alben dieser wegweisenden Gruppe. Es folgten fünf Jahre intensiver Arbeit sowohl als Bandleader als auch als Sessionmusiker. Nach sechs Monaten in Stomu Yamashta's East Wind schloß er sich der Gruppe Isotope an, welche er 1976 wieder verließ. Eine Reihe von Soloprojekten führte ihn mit Musikern wie Dave Stewart, Gary Windo oder Marc Charig zusammen. Auftritten mit Carla Bley folgte 1976 die Formierung des Hopper/Dean/Tippett/Gallivan-Quartetts. In den 80er und 90er Jahren sah man Hugh Hopper in verschiedenen Formationen, oftmals zusammen mit weiteren Canterbury-Musikern wie Lol Coxhill, Didier Malherbe oder Richard Sinclair. Unlängst fand man Hugh Hopper vereint mit Soft Machine-Mitbegründer Daevid Allen in der Band Brainville, einem der jüngeren Beiträge zum Canterbury-Familienstammbaum.

   
John Marshall


 

John Marshall, geboren in London, begann als Kind Schlagzeug zu spielen, sich aber erst während seines Psychologiestudiums ernsthaft mit diesem Instrument zu beschäftigen. Sein erstes reguläres Engagement bekam er bei Alexis Korner's Blues Incorporated. In den folgenden Jahren spielte er mit Graham Collier, John Surman, John McLaughlin, Dave Holland, Mike Westbrook, Graham Bond, Joe Harriott, Keith Tippett und Alan Skidmore. 1969 war er Mitbegründer der erfolgreichen Gruppe Nucleus, welche im Jahr darauf den ersten Preis des Montreux Jazz Festival gewann. 1971 schloß er sich der Jack Bruce Band an; ein Jahr später wurde er Drummer bei Soft Machine. 1972 und 1973 ehrte man John Marshall als Schlagzeuger des Jahres in der Umfrage des Melody Maker Magazins. Neben Soft Machine arbeitete er in den siebziger Jahren mit Charlie Mariano, Jasper van't Hof und Eberhard Weber. In den 80er und 90er Jahren hörte man ihn u.a. mit dem Gil Evans Orchestra, mit Ian Carr, John Surman, Kenny Wheeler, Anthony Braxton, Manfred Schoof, Joachim Kühn, John Abercrombie, Steve Swallow, Andy Sheppard, Joe Sachse und Manfred Hering. John Marshall hat sich auch als Interpret Neuer Musik einen Namen gemacht.

   
Hier sehen Sie ein Photo vom Konzert in der Kirche von Augustusburg:

 


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ZEITUNGSARTIKEL
WHAT'S RATTLIN' ?  The Weekly Digest for Canterbury Music Addicts -  Issue # 130
STADTSTREICHER Jenny Zischner Heft 09/99
Dr.Jens Kassner Heft 10/99
FREIE PRESSE Katja Uhlemann 

 
 


 

SPONSOREN:

 

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